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Mehr als ein Forum: Wie die Ukrainer in Augsburg Europa für den Sieg vereinen

Autorenbild: AnnaGanna
AnnaGanna
1. Nov.
3 Min. Lesezeit

Die zwei letzte Tage in Augsburg haben das Wichtigste gezeigt: Egal wo wir sind, unser Zuhause und unsere Gedanken sind immer in der Ukraine. Denn genau das ist unsere Identität, die wir niemals verlieren dürfen. Das Europäische Forum der ukrainischen Diaspora war nicht bloß ein Ort für offizielle Reden, sondern ein echtes Zentrum der Kraft, Einheit und Inspiration.


Auf einer Bühne kamen diejenigen zusammen, die täglich unsere informationspolitische, diplomatische und ehrenamtliche Front halten: die Präsidenten des Welt- und des Europäischen Kongresses der Ukrainer (UWK & EKU), der Vorsitzende unseres deutschen Dachverbands (DUOD e.V.), Vertreter internationaler Stiftungen sowie die ukrainischen Journalisten Yanina Sokolova und Vassili Golod. Der bewegendste und wichtigste Moment war jedoch die Anwesenheit von Vertretern der ukrainischen Armee. Sie erinnern uns alle — ob im Hinterland oder im Ausland — daran: Unsere Einheit ist ebenfalls eine Waffe.

Kurz und auf den Punkt gebracht: Was bedeutet das für jeden von uns?


Wir sind eine Stimme in Europa. Jede ukrainische Anlaufstelle, jeder einzelne Mensch und jede Initiative in Deutschland ist ein Baustein für unseren gemeinsamen Schutz und unsere Entwicklung. Es ist die Chance, Stereotype und die Propaganda des Feindes immer wieder zu zerschlagen und ein richtiges Bild über die Ukrainer zu prägen — die der Welt längst bewiesen haben: Wir sind nicht nur stark, wir sind unglaublich!

Wir kämpfen für die Wahrheit. Medienvertreter und Aktivisten rufen dazu auf, nicht zu schweigen, das Gespräch mit den Europäern zu suchen und russische Fakes zu entlarven. Denn wenn auch nur eine Person die wahren Fakten über die Ukraine und die Geschehnisse vor Ort erzählt, hören ihr 4, 5 oder 10 Menschen zu und verändern ihre Sichtweise — und das ist bereits unser Sieg.

Wir bewahren das Unsere und wachsen. Unsere Kinder müssen ihre Muttersprache und Kultur kennen, egal wo sie lernen. Die ukrainische Diaspora weltweit gehört zu den einflussreichsten und am besten organisierten Gemeinschaften; sie hat ihre Kräfte schon immer in den Erhalt der Sprache, die Kulturförderung und die Bildung derer gesteckt, die nicht aus freiem Willen im Ausland gelandet sind. Identität bedeutet, überall Ukrainer zu bleiben.

Die Rektorin der Ukrainischen Freien Universität in München (die genau dafür seit 106 Jahren wirkt), Prof. Dr. Larysa Didkovska, betonte: Wenn Identität vor allem Nation, Sprache und Wurzeln bedeutet, dann ist es unter allen Bedingungen möglich, sich selbst treu und Ukrainer zu bleiben. Wo Menschen Samstagsschulen, Kirchengemeinden sowie Bildungs- und Kulturzentren schaffen, ist das die Garantie dafür, dass künftige Generationen ihren Identitätscode nicht verlieren. Genau das müssen wir auch heute tun: Sich integrieren, aber sich nicht assimilieren. Das ist es, was den Code der Nation bewahrt und die eigene Entwicklung mit den Errungenschaften des Aufnahmelandes bereichert.

Das Wichtigste dabei ist jedoch, dass wir eine freie Nation sind, die immer für ihre Freiheit kämpft: „Ein Opfer leidet, gibt nach und betet um Gnade. Wir sind keine Opfer – wir sind Kämpfer! Sklaven kommen nicht in den Himmel, und in der ersten Zeile unserer Hymne geht es um die Freiheit. Man kann ein Volk nicht auf die Knie zwingen, das Seele und Leib für seine Freiheit gibt.“

Wie geht es weiter? Wir leben nicht einfach nur im Ausland – wir gestalten, unterstützen und entwickeln eine starke Gemeinschaft. Selbst wenn die Mehrheit nach Hause zurückkehren wird (wofür es ebenfalls ganze Institutionen zur Rückkehrhilfe gibt), halten wir zusammen, unterstützen die ukrainischen Streitkräfte und helfen einander. Deshalb sind wir unendlich stark und unbeugsam.



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