Ein Abend, an dem jeder seine eigene Geschichte mitbrachte

Mehr als 20 Menschen kamen im ukrainischen Verein WULYK in Passau zusammen, um den 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine gemeinsam zu begehen. Doch an diesem Abend gab es kaum klassische Festreden oder ein festes Programm. Im Mittelpunkt standen die Menschen, ihre Geschichten und die Ukraine, die jeder auf seine eigene Weise in sich trägt.
Manche erzählten von ihrer Stadt, ihrem Zuhause und von einem früheren Alltag, der einmal ganz selbstverständlich war. Andere sprachen über das, was sie erlebt haben, über Angehörige, die in der Ukraine geblieben sind, über Begegnungen und Abschiede und darüber, wie sehr sich das eigene Leben in den vergangenen Jahren verändert hat.
Es wurde viel und sehr unterschiedlich erzählt. Manchmal wurde gelacht, manchmal wurde es stiller. Manche Geschichten wollte man einfach nur hören – ohne viele Worte darauf zu finden.
Aus diesen persönlichen Geschichten entstand der besondere Charakter des Abends. Es war weniger ein großes Fest als eine Begegnung von Menschen, die etwas Wesentliches verbindet – unabhängig davon, aus welcher Stadt sie kommen, wie lange sie schon in Deutschland leben oder welchen Weg sie hierher genommen haben.
Auch diejenigen, die heute für die Ukraine kämpfen, wurden an diesem Abend nicht vergessen. Die Anwesenden sammelten gemeinsam eine Spende zur Unterstützung einer ukrainischen Brigade. Für den einen waren es ein paar Euro, für den anderen etwas mehr. Entscheidend war das gemeinsame Gefühl: Auch weit weg von der Heimat kann jeder etwas beitragen und den Menschen helfen, die die Ukraine heute verteidigen.
So blieb von diesem Abend nicht der Eindruck eines großen Festes, sondern etwas viel Einfacheres und vielleicht Wertvolleres: die Wärme einer Begegnung, bei der Menschen offen über das sprechen konnten, was ihnen wichtig ist – und das Gefühl, dass die Ukraine bei ihnen bleibt, ganz gleich, wo sie heute leben.















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